Rätselhafte Gastritis beim Hund

22. November 2019

 

 

Bildnachweis: Stefan Bauer, http://www.ferras.at [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)]

Eines Tages kam eine Familie mit ihrem Golden Retriever und in meine Praxis. Den tierärztlichen Untersuchungen nach leidet der Hund an einer Gastritis.
Die Hündin wollte schon seit etwa 4 Wochen kaum etwas fressen und erbrach sich häufig.
Die Halter konnten sich nicht erklären, warum die Hündin plötzlich aufhörte zu fressen und wurde mir als sonst vollkommen gesund beschrieben.

Die Tierhalter waren mit ihrer Hündin mehrfach in der Tierklinik und ließen sie umfangreich untersuchen und behandeln, doch der Erfolg blieb aus. Auch das erstellte Blutbild zeigte keine besonderen Auffälligkeiten, außer eine leichte Mangelversorgung durch den schon etwas länger bestehenden Nahrungsmangel.
 

In meiner Praxis zeigte sich die Hündin etwas apathisch, aber nicht besorgniserregend und zog sich in eine ruhige Ecke zurück, ohne sich zu weit von uns zu entfernen. Sie blieb in der Nähe und wartete auf ihrem Platz geduldig das Gespräch zwischen den Haltern und mir ab, als wäre sie nur bei mir mit ihren Haltern zu Besuch.
 

Der Anamnesebogen, den ich Haltern gerne vor einem Termin in der Praxis zum Ausfüllen aushändige, ergab leider auch keine auffälligen Symptome, also musste ich die Halter vor Ort etwas mehr befragen.

Die Halter erzählten viel über die Hündin, doch ich entdeckte in dem Bericht keine brauchbaren Symptome, die auf eine Ursache für die Gastritis und der damit verbundenen Appetitlosigkeit hindeutete. Auch auf meine Fragen hatten die Halter zunächst keine Antwort, die uns zur Lösung des Problems hätte führen können.
 

Nachdem alle körperlichen Ursachen anhand der Anamnese ausgeschlossen werden konnten, fragte ich die Halter, ob sich im Umfeld der Hündin in letzter Zeit etwas geändert hätte, ob es z.B. einen Umzug oder Ähnliches gab.

Da fiel den Haltern ein, dass vor einigen Wochen ein Familienmitglied verstorben war, das die Hündin aber nicht kannte. Die Familie saß jedoch an diesem Tag zusammen und trauerte gemeinsam, auch die Hündin war an diesem Familientreffen anwesend. Seit diesem Tag verweigerte die Hündin das Futter und wurde krank.
 

Das war also die Ursache. Die Hündin kannte das Familienmitglied zwar nicht, bekam aber die Trauer seiner geliebten Familie mit und befand sich seit diesem Tag in tiefer Trauer und wurde davon krank.
 

Die Hündin bekam von mir das richtige homöopathische Mittel als Einmalgabe in der Potenz C200 und die Gastritis, bzw. die Übelkeit und Appetitlosigkeit war vergessen.

 

Homöopathie ist oft Detektivarbeit. Die Ursache für eine Erkrankung zu kennen, macht es sehr viel einfacher, das richtige Mittel für die Gesamtheit der Symptome des Patienten zu finden.